Sabine Felber, M.A.

 

  • geboren in Essen
  • seit 1988 Beschäftigung mit Fotografie als Erzählmittel
  • 1995 Studienabschluss Universität Heidelberg
  • 1997 bis 1999 Fotoklassen bei Oliver Scholten 
  • seit 2000 freie Fotografin
  • Mediencoach Bayerischer Rundfunk
  • lebt in Berlin

 

 

Ausgewählte Ausstellungen und Projekte

 

2016

"Ein Foto kommt selten allein", Gruppenausstellung Fotografie, Museum für Fotografie, Berlin

 

2015

"see my story", Künstlerstipendium bangaloREsidency Goethe-Institut Max Mueller Bhavan Bangalore, Fotografie und digitale Geschichten, Bangalore

 

2014

"Retrato Brasileiro", Fotografie und Text, Brasilianische Botschaft, Berlin

 

2012
"Ansehen", Autobiografische Fotografie mit Frauen im Gefängnis, 32 Selbstporträts, Vechta

 

2011
"pause - for a moment", Fotografie, Text: Franziska Berge, Berlin

 

2010/11

"UN-Interns", Fotografie, Text: Chris Baker, New York

 

2007

"More Asia", Einzelausstellung Fotografie und Text im Rahmen der Asien-Pazifik-Wochen Berlin, room4art, Berlin

2006

"Flüchtige Begegnung", Einzelausstellung Fotografie und Text, Galerie Jan Schlütter, Köln

2005–2006

"Things I never told you", Künstlerin des Jahres 2005, bitkom e.V., Berlin

2003

"Stadt Träume III", Rotes Rathaus zu Berlin, Berlin

2002

"Stadt Träume II", Gruppenausstellung Fotografie und Text, KunstWinter-Berlin, Berlin

2002

"Stadt Träume I" Einzelausstellung Fotografie und Text, shee Galerie, Berlin

2001

Foto Bild Berlin, Messe für zeitgenössische Fotografie, Stilwerk, Berlin

2001

"Half way to the moon" Fotografien, EXISTART – Container, Berlin

2000–2001

"Urban Drawings" Adalgisa Campos und Sabine Felber zeigen in Paris und Berlin eine Serie zeitlich begrenzter Aktionen im öffentlichen Raum und deren Wirkung auf die Menschen und den Ort

2000

"Der Elf Uhr Zug" Diaserie im Programm von Corinne Douarre, Grüner Salon der Volksbühne, Berlin

2000

"Aufgeweckt" Fotografien, Schönhauser, Berlin

1999

"photostock" internationale Gruppenausstellung, Mack Gallery, Sarajevo Bosnien (BiH)

"stand stills" Foto-Text-Installation mit Franziska Berge, Akademie der Künste zu Berlin und Literaturhaus, München


"Hong Kong connection" Foto-Installation, Schönhauser, Berlin

 

"wrapped" 16mm Film, 3 Minuten, Farbe.

Idee-Produktion und Darstellung: Leta Hong Fincher, Vikki Weston, Sabine Felber. 

Inhalt: Während der Reichstagsverhüllung wird eine Frau durch Verhüllung unsichtbar.

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Text: Gérard A. Goodrow

In: Traum & Trauma. Fotos für die Pressefreiheit 2007“

 

Sabine Felbers „Stadt Träume“

Die deutsche Fotografin Sabine Felber setzt gesellschaftliche Lebensräume in den wichtigsten internationalen Großstädten des „globalen Dorfes“ wie Berlin, Hong Kong, Paris, Peking und Sydney systematisch ins Bild. In ihrer umfangreichen Serie „Stadt Träume“ ist die Großstadt Ort der Begegnung, aber auch Ort der Vereinsamung. Dass Felber diese Thematik wählt, wundert nicht: Neben ihrer intensiven Beschäftigung mit der Fotografie, studierte sie in Heidelberg auch Soziologie. Und ihre „Stadt Träume“ sind intensiv recherchierte Auseinaderstetzungen mit Weltstädten, aber zugleich auch intime und einfühlsame Portraits einzelner Menschen in den jeweiligen Metropolen.

Eine Gesellschaft besteht bekanntlich aus einem Konglomerat von Individuen – Millionen von einzelnen Menschen mit ihren ureigenen, persönlichen Lebensgeschichten. Mit Großstädten assoziieren wir Massen von Menschen, Gedränge und eine gewisse Schnelllebigkeit. Mit ihren Großstadtbildern schafft Felber es, die einzelnen Menschen sowohl als Individuen, als auch als Stellvertreter für die jeweiligen Großstadtgesellschaften zu portraitieren. 

Sabine Felber ist ein „Participant Observer“. Dieser Begriff aus der Ethnologie (einem der Soziologie sehr artverwandten Fachgebiet) bedeutet soviel wie „teilnehmender Beobachter“. Um sich auf ihre Foto-Shootings vorzubereiten und auf die jeweiligen Eigenheiten und Eigenartigkeiten der verschiedenen Metropolen und deren Bewohner einzustimmen, liest sie Texte einheimischer Autoren, spricht mit den Bewohnern und sucht passende Orte im öffentlichen Raum. Sie wählt einen bestimmten Blickwinkel und wartet, wartet, wartet – mit einer Engelsgeduld - auf den richten Moment.

Wie ihr schweizer Kollege Beat Streuli, interessiert sich Sabine Felber für das, was die Menschen in Großstädten bewegt, sowohl physisch, als auch psychologisch. Die Beziehungen zwischen den Menschen – wie auch zwischen Mensch und Umwelt bzw. Architektur – spielen dabei eine wesentliche Rolle. Auch wenn der Mensch und die ihm umgebene städtische Architektur gleichberechtigt neben einander stehen, geht es weder um traditionelle Portraitfotografie an und für sich, noch um Städtelandschaften im klassischen Sinne. Es handelt sich vielmehr um eine Symbiose der beiden Genres -  es entsteht eine Art psychologisches, zeitgenössisches Portrait einer Stadt zu einem bestimmten, durch den Menschen vorgegebenen Zeitpunkt. Die Bilder sind also zeitlos und gleichzeitig ein Ausdruck einer präzis ausgesuchten und mit Hilfe des Fotoapparates festgehaltenen Zeitgeists.

Felber zeigt auf gar keinen Fall das Typische oder gar Stereotype einer Stadt, auch nicht das Spektakuläre, sondern sie zeigt die Menschen und ihren Alltag im Kontext einer Weltstadt. Es werden Geschichten erzählt, auch wenn die einzelnen Erzählungen völlig offen sind – ohne Anfang, ohne Ende und erst recht ohne vorgegebenen Ablauf. Sabine Felber liefert dem Betrachter „Momentaufnahmen“ im wahrsten Sinne des Wortes, d.h. Aufnahmen von Momenten, die an und für sich unspektakulär sind. Es ist die Kunst von Felber, genau diese Einfühlsamkeit in und mit ihren Bildern zu transportieren. 

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